Autor: Renditewerk Redaktion
Umfragen

RenditeWerk Stiftungsumfrage 2026

ANLAGEJAHR 2025: HOHE ZUFRIEDENHEIT UND
ÜBERZEUGENDE ERGEBNISSE

Wie jedes Jahr führte RenditeWerk zum Jahresbeginn 2026 eine Kurzumfrage unter deutschen Stiftungen zum vergangenen Anlagejahr 2025 durch.

Zu Beginn des Jahres 2026 führte RenditeWerk erneut eine Kurzumfrage unter deutschen Stiftungen durch. Ziel war es, ein Bild des vergangenen Anlagejahres 2025 zu zeichnen und zugleich die Erwartungen sowie geplanten Maßnahmen der Stiftungen für 2026 zu erfassen. Die Befragung umfasste die zentralen Themenbereiche Zufriedenheit, Renditeentwicklung, Vermögensstruktur, Managementmodelle und konkrete Veränderungsabsichten.

Einordnung der teilnehmenden Stiftungen

Die Altersstruktur der antwortenden Stiftungen fällt klar ins Auge: 97 % wurden nach 1947 gegründet. Rund 20 % stammen aus der Zeit zwischen 1970 und 2000, während 63 % erst nach dem Jahr 2000 ins Leben gerufen wurden. Keine der teilnehmenden Stiftungen wurde zwischen 1800 und 1947 gegründet; lediglich 3 % existierten bereits vor 1800.
Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede in der Verteilung und Ausrichtung der Stiftungen.

Vermögensgrößen teilnehmender Stiftungen

Die Spannbreite der Stiftungsvermögen ist groß:

Selbstverwaltung bleibt bevorzugt

69 % der Stiftungen verwalten ihr Vermögen selbst. Etwa ein Fünftel dieser Selbstverwalter nutzt zusätzlich externe Dienstleister.
21 % der Stiftungen arbeiten mit unabhängigen Vermögensverwaltungen zusammen, 3 % greifen auf Banken zurück, 11 % kooperieren mit Sparkassen oder Volksbanken und 17 % nutzen die Leistungen externer Berater.
Die Anteile entsprechen weitgehend den Ergebnissen des Vorjahres. Auffällig ist, dass Stiftungen mit einer größeren Zahl von Assetklassen (ab vier, deutlich ab fünf bis sechs) häufiger mehrere Verwaltungseinheiten kombinieren: Sie praktizieren Selbstverwaltung, beziehen darüber hinaus jedoch Beratungsleistungen von Banken, Sparkassen oder unabhängigen Vermögensverwaltern ein.

Zufriedenheit mit dem Anlagejahr 2025

37 % der Stiftungen waren zufrieden, 40 % sehr zufrieden, 14 % sogar begeistert. Damit liegt der Anteil der mindestens Zufriedenen bei 91 %.
6 % waren weder zufrieden noch unzufrieden, rund 3 % etwas unzufrieden.
Zwar war der Anteil der sehr Zufriedenen und Begeisterten etwas höher als im Vorjahr, jedoch war knapp die Hälfte lediglich zufrieden oder weniger zufrieden. Insgesamt fällt die Bewertung etwas weniger positiv aus als 2024, bleibt aber höher als 2023.

Anlageergebnis: überwiegend positiv

Die erzielten Renditen für 2025 lagen überwiegend im positiven Bereich:

Damit erzielten – wie im Vorjahr – 88 % der Stiftungen eine Rendite von mehr als 2 %.
Die Zufriedenheit wird nicht allein vom Resultat beeinflusst, sondern auch davon, ob Erwartungen erfüllt wurden. Unsere Auswertung kann diese Faktoren nicht exakt trennen, zeigt jedoch eine klare Tendenz: Bessere Renditen gehen häufig mit höherer Zufriedenheit einher.

Eine Betrachtung der sehr zufriedenen und begeisterten Stiftungen zeigt zusätzliche Einflussfaktoren: Diese Stiftungen wiesen tendenziell höhere liquide Anteile und höhere Aktienquoten auf. Diese Strukturen finden sich oft bei älteren Stiftungen (vor 2000 gegründet), lassen aber allein keine abschließende Erklärung zu.

Feststellbar ist: Ein höherer Aktienanteil im liquiden Vermögen steigert die Zufriedenheit, solange die Ergebnisse positiv sind. Ob dies auch in Phasen negativer Renditen gilt, bleibt offen.

Liquider Anteil des Stiftungsvermögens

Die Gewichtung liquidier Vermögensanteile an Stiftungsvermögen ist sehr unterschiedlich:

Anlageklassen im liquiden des Stiftungsvermögens

Die Aufteilung liquidier Anteile in unterschiedliche Anlageklassen im Stiftungsvermögen ist sehr unterschiedlich, folgende Anlageklassen wurden genutzt:

Einfluss von Mischfonds, sowie von aktiven oder passiven Anteilen

Weder der Anteil von Mischfonds noch das Verhältnis zwischen ETFs (passiv) und aktiv gemanagten Anlagen hatte einen erkennbaren Einfluss auf Rendite oder Zufriedenheit.

Beabsichtigte Veränderungen: eine Hälfte ja, die andere nein

46 % der Stiftungen planen für 2026 keine Veränderungen.
54 % hingegen beabsichtigen Anpassungen – Mehrfachnennungen waren möglich.

Häufigste geplante Maßnahmen – Mehrfachnennungen waren möglich:

  • Aktienquote erhöhen: 26 % (senken: 6 %)
  • Anleihen: kaum Veränderung (Erhöhung 0 %, Senkung 3 %)
  • Immobilienquote erhöhen: 17 % (senken: 3 %)
  • ESG-/Nachhaltigkeitsquote erhöhen: 9 %
  • Alternative Anlagen steigern: 11 %
  • ETF-Anteil erhöhen: 14 %

Nur 5 % beabsichtigen, Bank oder Vermögensverwalter zu wechseln.

Eine deutliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr gibt es bei alternativen Anlagen. Hier streben inzwischen 11 Prozent der Stiftungen eine Steigerung der alternativen Anlagen (ohne Immobilien) an. Zu diesem Punkt gibt es im nachfolgenden Teil noch eine Ergänzung zu der neueren Fondsart ELTIFs im Allgemeinen.

Neu gefragt wurde nach dem Veränderungswunsch in der Fondskategorie ETF (Exchange Trade Funds), hier gaben 14% der befragten an den Anteil der ETF steigern zu wollen. Nicht gefragt wurde, allerdings ob es sich bei dem Wunsch nach passiven oder aktiven ETFs handelt.

Veränderungen werden, so könnte man vermuten, eher vorgenommen, wenn die Zufriedenheit gering ist, als wenn sie sehr hoch ist. Allerdings gibt unsere Umfrage keine

allzu starken Hinweise darauf, warum die Wechselabsicht besteht.

Auffällig: Auch sehr zufriedene Stiftungen planen Veränderungen – ein Hinweis auf aktives, vorausschauendes Management.
Wer keine Änderungen plant, ist dennoch nicht automatisch passiv.

Mit Blick auf die aktuelle Weltlage und Unsicherheiten an den Märkten wird dies ein spannender Beobachtungspunkt für die nächste Befragung.

Welche Themen ergeben sich aus der Umfrage zum Stiftungsvermögen?

Immobilienfonds führen zu Verunsicherung

Viele Stiftungen sind unsicher, wie mit Restbeständen in Immobilienfonds umzugehen ist. Häufig besteht Unklarheit darüber, ob ein Verkauf mit Verlust sinnvoller wäre oder ein Abwarten auf mögliche Preissteigerungen.

Alternative Investments

Einige Stiftungen möchten künftig stärker in Alternative Investments investieren. Diese Anlageklasse bietet vielfältige Möglichkeiten, ist jedoch häufig mit langen oder schwer planbaren Laufzeiten verbunden. Für liquide Vermögensanteile sind viele dieser Produkte daher nur eingeschränkt geeignet.

Bedeutend sind sorgfältige Prüfung von Qualität, Risiken, Laufzeiten und Liquiditätsbedarf.

RenditeWerk hat dazu mit André Gollmer des Berliner Spezialberatungsunternehmens Kapnative gesprochen. Laut Analysen des Beratungsunternehmens KAPNATIVE ist nur ein kleiner Teil der aktuell angebotenen ELTIFs qualitativ überzeugend und empfehlenswert. Eine gründliche Prüfung und ggf. Beratung werden dringend angeraten.

Unterstützung bei individuellen Fragen

Die RenditeWerk‑Redaktion wird auf Basis der eingereichten Fragen individuell auf die Stiftungen zukommen und diese persönlich beantworten.

Reichen Sie gerne weitere Fragen ein, wir werden diese beantworten und Ihnen die Unterstützung von Experten anbieten.

Neue Angebote: Webkonferenzen & Stiftungssprechstunden ab 15. April 2026

RenditeWerk wird in Kürze eine Stiftungssprechstunde einführen, in der wir telefonisch und per digitaler Konferenz für individuelle Fragen rund um die Gestaltung des Stiftungsvermögens zur Verfügung stehen.

Per Telefon sind wir für Stiftungen ab 15. April 2026 immer mittwochs von 12 Uhr bis 18 Uhr für individuelle Fragen, Unterstützung und Austausch in der neuen RenditeWerk Hotline „Zur Pflege des Stiftungsvermögens“ unter 02166 – 2596299 erreichbar.

Dank an die Teilnehmenden

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Erhebung und freuen uns über Ihre zukünftige Teilnahme an weiteren Befragungen.

Autor: Renditewerk Redaktion

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